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HOTELchen Garni
am Theater

HOTELchen am Theater
Theaterstr. 10
91054 Erlangen
Telefon: 09131-80860
Fax: 09131-808686
E-mail: info@hotelchen-am-theater.de

HOTELchen Biografie

Das Haus in der Theaterstraße wurde 1754 oder 1756 erbaut von einem Nagelschmied namens Georg Hack. Damals waren gegenüber die Marschställe der Markgräfin. Haus Nr.10 war das Ende von der Altstadt. Den Theaterplatz gab es nicht. Da war Feld, Wald und Wiese. 
 
Tini Herrmann- Dörr kaufte das Haus 1977 von einem Postbeamten. Dieser wohnte im 1.Stock und vermietete die anderen Zimmer an Studenten. Der Mann hatte das Haus etwa 15-20 Jahre besessen und wollte aufs Land ziehen und neu bauen.  
 
Das Anwesen bestand aus einem Vorderhaus einem Seitenflügel, einem kleinen Hinterhaus und am Ende des Grundstückes war ein kleines Hexenhäuschen mit 2 Zimmern und Ofenheizung. Es gab nur Kaltwasser im Haus, eine Toilette und keine Heizung. Um in den ersten Stock zu gelangen musste man über eine Außentreppe im Hof gehen. Danach kam ein verschalter Holzbalkon der zudem Zeitpunkt im Fußbodenbereich weich wie Butter war und dann trat man in den schmalen Flur im 1.Stock.  
 
Ein halbes Jahr später nachdem Frau Herrmann-Dörr das Haus gekauft hatte und die Vorbesitzer ausgezogen waren, fing Sie an am 13.12.1977 umzubauen. Die Baufirma hatte alles aufgerissen und die Baustelle nicht ordentlich gesichert, so dass ein paar Tage später die Wasserleitung im gesamten Vorderhaus und Seitenflügel einfror und alle Wasserleitungen aufplatzten. Das hieß dann während der nächsten 4 Monate stand kein Wasser zum Bau im Haus. 
 
Bauziel war Vorderhaus und Seitenflügel mit neuer Elektrik, Sanitäreinrichtungen, Heizung, neuem Dach, neuen Fenster etc. einzubauen. Das Haus wurde vollständig entkernt. Alte Tapeten die zentimeterdick an den Wänden klebten wurden entfernt und das dahinterliegende Fachwerk freigelegt. 
 
Der bestehende Dachboden war nicht nutzbar, also wurde das Dach zum Hof hin angehoben und mit einer 40 Grad Neigung versehen, damit der Raum genutzt werden konnte. Der gesamte Dachstuhl wurde neu gemacht. Die Treppe wurde im Vorderhaus kreisrund zementiert und gleichzeitig ein rundes Mauerwerk um die Treppe inklusive Träger eingebaut. Das Treppenhaus wurde bis nach oben in den 2.Stock hochgemauert um das neue Dach abzufangen. 
 
Im Parterre 2.Tür rechts wurde ein Heizungsraum mit Öltanks eingebaut.
 
Die Eigenleistungen sahen vor alle Balken selbst abzuschleifen und einzulassen, die alten Decken frei zu legen, alten Putz abzuklopfen, die Baustellen täglich aufzuräumen und letztendlich die Wände selbst zu streichen. Auch die Einbauschränke wurden neben vielem anderem in Eigenleistung selbst gebaut.
 
Die Bauarbeiten gingen reichlich schleppend voran und die Fertigstellung sollte dann Anfang September 1978 erfolgen. Wobei die Baufirma noch bis Ende September gebraucht hatte um nur noch die Wohnungseingangstüre einzubauen. Der Einzug der Familie folgte nächtlich am 27.09.1978 mit Tini, Freund, Sonja und Katze Blinki. 
 
Die unteren Räumlichkeiten sowie auch das kleine Hinterhaus und das Hexenhäuschen wurden vermietet. Es waren ein paar Jahre irische Mieter, die herrlich chaotisch und streitbar, aber auch sehr lieb waren. Sie halfen dabei den Hof im Jahr 1980 neu anzulegen.  
 
Im Lauf der Jahre kamen viele Leute vorbei, die hier schon einmal gewohnt hatten. Im 2. Weltkrieg beispielsweise wohnten 6–8 Personen im heutigen Zimmer Nr.13 und die meisten von Ihnen sind dann nach Amerika ausgewandert. 
 
Tini Herrmann-Dörr hatte zu diesem Zeitpunkt (1980) eine Kneipe, war Geschäftsführer einer Werbeagentur und beteiligt an einer Siebdruckerei. 1981 heiratete Sie zum 2.Mal und im September kam die 2. Tochter  Nora zur Welt. Damals sagte Tini immer: 
 
„wenn alle Stricke reißen ....mache ich ein Hotel daraus... 
 
So wurde das Hotelchen am 10.7.1982 mit 5 Zimmern eröffnet. Davon hatten zwei ein gemeinsames Bad und eine Küche, eines nur Waschbecken und Ofenheizung und zwei Dusche und Waschbecken. 
 
Die ersten Gäste waren aus Korsika und kamen vom Theater Erlangen anlässlich der internationalen Theatertage auf dem Theaterplatz. In der ersten Eröffnungswoche war das Hotelchen mit den Korsen bereits ausgebucht!!! Domenico und Patricia, die Leiter dieser Theatergruppe, wuchsen uns in diesen 11 Tagen ans Herz. Wir besuchten sie 1985 alle gemeinsam (Tini, Sonja und Nora) in Korsika und wurden von ihnen zur original korsischen Bouillabaisse in einem 5 Gang Menü eingeladen.  
 
Das Hotelchen am Theater lief sehr gut an. Die Verbindung von Arbeit und dabei gleichzeitig die Töchter zu versorgen war einfach ideal. So wurden nach einem halben Jahr weitere Möglichkeiten gesucht, den Standard anzuheben und das Hotelchen weiter auszubauen.
 
Im Sommer 1983 wurde dann das Hinterhaus mit 2 neuen Zimmern ausgebaut. 
 
So waren es dann 7 Zimmer für Hotelgäste. Die Familie wohnte im 1. und 2.OG des Haupthauses. Im ersten Jahr hatte Tini noch alles alleine gemacht: die Zimmer, das Frühstück, die Versorgung der ankommenden und abreisenden Gäste, Reservierungen annehmen, Marmelade kochen, die Wäsche waschen und mangeln. Dann wurden zur Unterstützung 2 Frauen eingestellt, die vormittags abwechselnd arbeiteten. Eine von beiden war dann etwa 20 Jahre im Hotelchen beschäftigt. Die Zweite, Gerdi Schleifer, war 25 Jahre hier und hat im März 2008 aus Altersgründen leider aufgehört zu arbeiten. 
 
Das Frühstück wurde von Anbeginn in unserem Esszimmer gemacht. 
Zwei der ersten Gäste aus dieser Zeit sind Ulla Penzoldt (Tochter von Ernst Penzoldt) und Neville Tranter (Puppenspieler aus Amsterdam).
 
1986 wurde dann richtig um- und ausgebaut. Die beiden kleinen Hinterhäuser wurden teilweise abgerissen und beide Häuser miteinander verbunden. Für das 1.OG wurde eine Außentreppe aus Holz gebaut und so entstanden 6 neue Zimmer mit Bad.
 
Sonja und Nora wuchsen zusammen mit den Hotelgästen auf und Tochter Sonja hatte schon mit 14 Jahren alleine vier amerikanische Junior-Manager eingecheckt. Einer davon war Tom Miller (später Vice-President von UB-Med in Erlangen) 
 
Die Familie zog 1993 aus dem Hotelchen nach Stolzenroth in den Schlossbauernhof welcher von Tini Herrmann-Dörr zuvor noch aus einer Ruine kernsaniert wurde und welcher seit Anbeginn bis zum heutigen Tage von Sonja bewirtschaftet und erhalten wird. 
 
Die Privatwohnung im Hotelchen wurde nach dem Auszug zu weiteren Hotelzimmern um und ausgebaut, so entstanden 2 weitere Zimmer und ein Studio mit Sauna. Somit kommt das Hotelchen auf insgesamt 12 Zimmer plus 1 Studio auf insgesamt 275 qm Fläche.
 
Seit 2002 arbeitete auch Nora im Hotelbetrieb mit Unterbrechung als Saison Hotelfachfrau in der Schweiz. Ab 2005 wurde der Betrieb von Tini und Nora gemeinsam geführt.
 
Weihnachten 2013 wurde der Betrieb auf die härteste Probe gestellt.
Tini Herrmann-Dörr verstarb ganz plötzlich und hinterließ ein klaffendes Loch. Sie fehlt uns bis heute als Mutter, Berater,und vor allem als Freund...
 
Ohne zu zögern war klar, dass der Betrieb von Nora weitergeführt wird. So war es auch Tini´s Wunsch.
 
Dank dem großartigen Zusammenhalt und Engagement unseres kleinen Teams, der langjährigen Mitarbeiterin Selina Boos (Sie absolvierte 2013 bei uns bereits mit Bravour ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau mit Auszeichnung an der IHK Mittelfranken) und gehört seit 2010 zum Team. Außerdem ist Daniela Foh (Studentische Aushilfe und unser Sonnenschein seit 2012 festes Teammitglied. Auch mit Stefan Blendinger, welcher seit 2014 unser Genie im Handwerklichen und an der Nähmaschine ist, haben wir das Fortbestehen gemeistert.
Nicht zuletzt ist mit Anerkennung zu erwähnen, dass uns vor allem unsere Besteller, Zimmerreservierenden und Gäste nach wie vor die Treue gehalten und an uns geglaubt haben.
 
Jüngste Renovierungen seit 2014 erfolgten in der Hotelküche welche bis dahin 30 Jahre treue Dienste geleistet hatte Außerdem wurde unsere Hoftreppe im Dezember 2016 erneuert und ist nun aus Stahl. 
Ebenfalls in diesem Jahr haben wir in 9 Hotelzimmern sowie dem Esszimmer neue Lampensysteme installiert. Die Heizungsanlage wurde 2017 im Februar erneuert. Unsere Zimmer 18,19 und 20 bekamen komplett neue Fußböden aus Fichtenholz mit Schallschutz.
Zu unseren Eigenleistungen gehört das alljährliche Streichen aller Hotelzimmer. Vor Ostern haben wir die Rezeption renoviert sowie alle 48 Fenster und Türen im Haus selbst geschliffen und gestrichen.
 
Zum Schluss:  Was uns motiviert und auszeichnet, sind unsere Gäste und Besteller,die zu 100% sehr, sehr liebenswürdig uns nett sind,  sodass uns allen die Arbeit sehr viel Spaß macht und uns täglich neu motiviert. In unserem Walk of Fame finden Sie alle VIP´s die schon bei uns genächtigt haben. 
 
Geschrieben von
Tini Herrmann-Dörr am 10.06.2008
und
Nora Dörr am 26.06.2017